29.09.2025

Anstrichmittel: Farben, Lacke und Lasuren – die richtige Wahl am Farbregal

Farben, Lacke und Lasuren gibt es in unzähligen Varianten. Mit ein paar klaren Auswahlkriterien findest du schnell das passende Produkt für Untergrund, Einsatzort und gewünschte Optik. Dieser Überblick führt dich Schritt für Schritt durch die wichtigsten Unterschiede – inklusive typischer Einsatzbereiche und einer kleinen Checkliste für den Einkauf.

 

 

Was ist was?

 

Farbe, Lack und Lasur bestehen im Kern aus denselben Bestandteilen: Bindemittel, Löse- bzw. Verdünnungsmittel, Pigmente und Hilfsstoffe. Der Unterschied entsteht durch die Dosierung: Sie bestimmt Deckkraft, Glanz, Schichtdicke, Offenzeit und Beständigkeit – und damit, wofür sich ein Anstrichmittel eignet.

 

Farben – vom Allrounder bis zur Spezialistin

 

Dispersionsfarbe ist der Allrounder für Innen. Sie bildet einen deckenden Farbfilm, trocknet schnell, ist wenig rissanfällig und lässt sich problemlos überstreichen. Qualität und Anwendungseigenschaften (Deckkraft, Nassabrieb, Glanzgrad, Weißegrad, Verteilbarkeit, Offenzeit) sind nach DIN EN 13300 klassifiziert. 

Weiße Dispersion lässt sich mit Vollton- oder Abtönfarben individuell einfärben. Für stark beanspruchte Flächen (Flur, Kinderzimmer) ist Latexfarbe eine robuste Wahl mit hoher Abrieb- und Reinigungsbeständigkeit.

Typische Eignung (Auswahl):

  • Dispersionsfarbe: Wohnräume ohne besondere Anforderungen
  • Latexfarbe: stark beanspruchte Flächen innen, teils auch außen
  • Reinsilikat-/Keimfarbe: mineralische Untergründe, z. B. Mauerwerk (auf Kalk- oder zementhaltigem Mörtel)
  • Dispersionssilikatfarbe: Fassaden und Innenputze (Kalk, Leichtbeton, Ziegel, Kalksandstein, Naturstein, Raufaser)
  • Leimfarbe: saugende, sandende Decken/Wände in trockenen Räumen
  • Kalkfarbe: Kalk-/Kalkzement-/Zementputz, Schalungsbeton, Mauersteine
  • Zementfarbe: dauerhaft feuchte Flächen, Unterwasser-/erdberührte Bereiche
  • Vollton-/Abtönfarbe: Einfärben wasserverdünnbarer Systeme (z. B. Dispersion)

 

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Lacke – widerstandsfähige Beschichtungen

 

Lacke erzeugen einen dichten, hochwertigen Oberflächenfilm mit hohem Bindemittelanteil. Sie werden auf Holz, Metall, Kunststoffe oder mineralische Untergründe aufgebracht und sind in verschiedenen Systemen erhältlich (Acryl, Naturharz, Kunstharz u. a.). Naturharze eignen sich innen und außen, Kunstharze spielen ihre Stärken auf stark belasteten Flächen aus (Tische, Stühle, Parkett, Dielen, Treppen).

Typische Eignung (Auswahl):

  • Wasserlack: Außenbauteile, korrosionsgeschützte Metallteile, Parkett/Holzböden je nach System
  • Alkydharzlack: Holzoberflächen wie Fenster, Türen, Möbel, Fassaden
  • Acryllack: u. a. Heizkörper (vergilbungsarme Systeme beachten)
  • Nitrozelluloselack: Holz, Metall (v. a. im Möbel-/Innenausbau)
  • Polyurethanlack: hoch belastbare Flächen, Holz, Beton, Kunststoff, Metall
  • Polyesterlack: hochwertige Möbellackierung
  • Epoxidlack: Unterwasseranstrich, Korrosionsschutz für Stahl/Beton
  • Schellack: Restaurierung historischer Möbel

Wichtig: Untergrundvorbereitung (Reinigung, Anschliff, Grundierung) und Systemverträglichkeit sind entscheidend für Haftung und Dauerhaftigkeit.

 

 

Lasuren – Schutz mit Durchsicht

 

Lasuren enthalten weniger (oder transparente) Pigmente und lassen den Untergrund durchscheinen. So bleibt z. B. die Holzmaserung sichtbar. Das Haupteinsatzgebiet sind Holz- und Betonflächen, die gegen Witterung, UV-Licht und teilweise gegen Pilz- und Insektenbefall geschützt werden sollen. Unterschieden wird zwischen Dünnschicht- und Dickschichtlasuren:

  • Dünnschichtlasuren dringen tief ein, bilden keinen geschlossenen Film und eignen sich für nicht maßhaltige Bauteile wie Zäune, Pergolen und Verkleidungen.
  • Dickschichtlasuren bilden eine schützende Schicht und reduzieren die Feuchteaufnahme – ideal für maßhaltige Bauteile wie Fenster und Türen.

Tipp: Bewitterte Bauteile regelmäßig prüfen und bei Bedarf nachpflegen; so bleibt der Schutz dauerhaft wirksam.

 

 

Checkliste für die Produktauswahl

 

Beantworte vor dem Einkauf diese Fragen – so grenzt du die passende Produktgruppe schnell ein:

  • Welcher Untergrund soll gestrichen werden (Holz, Metall, Putz, Beton, Gipskarton, Kunststoff)?
  • Einsatzort: innen oder außen, trocken oder feucht?
  • Gewünschtes Ergebnis: Deckkraft, Glanzgrad, Farbton, sichtbare Maserung ja/nein?
  • Aufwand: Anzahl der Arbeitsgänge, Verarbeitungszeit/Offenzeit, Verteilbarkeit?
  • Beanspruchung: Abrieb, Stoßfestigkeit, Reinigungsbeständigkeit, Wetter-/UV-Belastung, Wasserabweisung?
  • Besondere Anforderungen: z. B. emissionsarm/allergikergeeignet, Schimmelproblematik, Korrosionsschutz?

 

Schutzmaßnahmen und Verarbeitung

 

Sicher arbeiten heißt Etikett lesen: Hinweise zu Inhaltsstoffen, Gefahren und PSA (Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutz) beachten. Einige Produkte können ätzend wirken (z. B. Reinsilikat-, Kalksysteme). Innenräume gut lüften; idealerweise Schleif- und Streicharbeiten ins Freie verlagern, wenn möglich. Werkzeuge systemgerecht wählen (Rolle/Pinsel/Lackierwalze), Zwischen- und Endschliffe einhalten, Schichtdickenempfehlungen beachten.

Bei KIPP & GRÜNHOFF findest du Farben, Lacke und Lasuren für alle Anwendungen – plus das passende Werkzeug und fundierte Beratung, damit deine Renovierung reibungslos läuft.

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