03.03.2026

Der Wunsch vom Eigenheim: Kaufen oder Bauen?

Vielleicht gehört zu deinen Plänen für 2026, ein Eigenheim zu erwerben. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist in Deutschland weiterhin groß – trotzdem stagniert die Wohneigentumsquote seit Jahren. In Deutschland wohnen im europäischen Vergleich laut den genannten Zahlen rund 45 Prozent im Eigentum, und nur in der Schweiz ist der Anteil noch geringer. Als Hauptgrund wird nach wie vor fehlendes Eigenkapital genannt. Das zeigt eine Studie des IW Köln im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Wohneigentum in Deutschland: Warum es vielerorts stagniert

Trotz historisch niedriger Zinsen (über viele Jahre), hoher Nachfrage und grundsätzlich guten Rahmenbedingungen kommt die Wohneigentumsbildung in Deutschland nur langsam voran. Neben dem knappen Angebot – vor allem in Ballungsräumen – spielt die finanzielle Ausgangslage vieler Haushalte eine zentrale Rolle.

 

Unterschiede zwischen Ost und West sowie nach Einkommen

Die Wohneigentumsquote unterscheidet sich weiterhin deutlich nach Region und Einkommen. In den alten Bundesländern liegt sie laut den genannten Werten bei 49 Prozent, in Ostdeutschland dagegen bei 33 Prozent. Auch nach Einkommensgruppen zeigen sich starke Unterschiede: Das einkommensstärkste Fünftel wohnt zu 68 Prozent im Eigentum, das einkommensschwächste nur zu 21 Prozent.

 

Stolperstein Eigenkapital: Hohe Preise und Nebenkosten

Ein wesentlicher Bremsfaktor ist das fehlende Eigenkapital. Für den Erwerb einer Immobilie sollte ein Haushalt idealerweise 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises angespart haben. Laut IW Köln verfügen nur elf Prozent der Mieterinnen und Mieter über ein Vermögen von mehr als 50.000 Euro – oft zu wenig, um den Immobilienkauf zu stemmen. Dazu kommen hohe Kaufpreise und gestiegene Grunderwerbsteuersätze, die den Eigenkapitalbedarf zusätzlich erhöhen.

 

Bauen oder Kaufen: Die erste Grundsatzentscheidung

Bevor du dich in Details verlierst, steht die wichtigste Frage am Anfang: Möchtest du eine Bestandsimmobilie kaufen oder neu bauen? Beide Wege können zum Eigenheim führen – aber sie bringen unterschiedliche Chancen, Risiken und Zeitpläne mit sich.

 

Bestandsimmobilie: Charme, schneller Einzug, aber Risiken

Ein Bestandsobjekt überzeugt häufig durch Charakter. Gerade Altbauten haben eine Ausstrahlung, die ein Neubau so nicht kopieren kann. Gleichzeitig ist die Raumaufteilung oft nicht perfekt auf deine Bedürfnisse zugeschnitten. Ohne größere Umbaumaßnahmen musst du meist Kompromisse eingehen.

 

Ein weiterer Vorteil ist der Faktor Zeit: Lange Planungs- und Bauphasen fallen weg. Selbst wenn Renovierungen anstehen, wirken diese auf den ersten Blick oft überschaubarer als ein kompletter Neubau.

 

Viele Käuferinnen und Käufer hoffen außerdem auf einen Preisvorteil: Bestandsimmobilien können im Schnitt bis zu einem Viertel günstiger sein als Grundstückskauf plus Neubau – je nach Region kann das aber stark variieren. Auch aus Sicht von Umwelt und Ressourcen spricht einiges für den Kauf, weil bestehende Bausubstanz weiter genutzt wird und häufig weniger CO₂ anfällt als beim Neubau.

 

Nachteile einer Bestandsimmobilie

Dem stehen typische Nachteile gegenüber. In vielen Regionen, besonders in Ballungsräumen wie Köln, übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich. Die Suche kann lange dauern, und nicht selten bleiben am Ende Wünsche offen.

 

Hinzu kommen mögliche Überraschungen: Viele Bestandsimmobilien haben Sanierungsstau, der beim ersten Rundgang schwer zu erkennen ist. Verdeckte Mängel zeigen sich oft erst nach dem Einzug – und können teuer werden. Deshalb ist es in vielen Fällen sinnvoll, eine Bausachverständige oder einen Bausachverständigen hinzuzuziehen.

 

Auch beim Energieverbrauch sind Bestandsobjekte oft im Nachteil. Viele Häuser stammen aus den 50er- bis 70er-Jahren und haben veraltete Heizsysteme sowie wenig oder keine Dämmung. Das führt entweder zu höheren laufenden Energiekosten – oder zu größeren Investitionen, wenn du modernisieren willst. Kosten entstehen so oder so.

 

 

Neubau: maximale Gestaltung, hohe Effizienz, aber Zeit und Aufwand

Der Neubau bietet vor allem eines: Flexibilität. Du kannst Lage, Grundriss, Baustil, Bauweise und Ausstattung deutlich stärker an deine Bedürfnisse anpassen. Ob zusätzliches Bad, Garten-Zugang zum Keller oder eine Einliegerwohnung für Familienangehörige – vieles ist möglich, solange es zum Budget passt.

 

Bei den Energiekosten hat der Neubau klare Vorteile. Moderne Baustoffe, gute Wärmedämmung und zeitgemäße Heiztechnik sorgen im Alltag für niedrigere Heiz- und Betriebskosten. Gerade bei hohen Energiepreisen ist das ein starkes Argument.

 

Nachteile eines Neubaus

Allerdings braucht ein Neubau Zeit – nicht nur auf der Baustelle, sondern auch im Kopf. Die vielen Entscheidungen werden oft unterschätzt: Von großen Fragen wie Unterkellerung oder Garagentyp bis zu kleinen Details wie Steckdosen, Lichtauslässen und Anschlüssen. Gute Planung ist entscheidend, damit aus vielen Einzelentscheidungen ein stimmiges Haus wird.

 

Auch die Bauzeit selbst dauert meist viele Monate. Wetter kann Fortschritte verzögern, und das ist nicht planbar. Ein ausreichender Zeitpuffer hilft, Stress zu reduzieren. Fertighäuser bringen manchmal zeitliche Vorteile, dafür ist die Gestaltung oft weniger flexibel.

 

Und auch beim Neubau gilt: Du bist nicht vor Überraschungen gefeit. Bauvorschriften, Auflagen und Genehmigungsprozesse kosten Zeit und Nerven – und sollten realistisch einkalkuliert werden.

Fazit: Kaufen oder Bauen ist oft auch Bauchgefühl

Die Frage „Kaufen oder bauen?“ lässt sich selten eindeutig beantworten. Am Ende entscheiden Budget, Zeit, Region und persönliche Prioritäten – und manchmal auch Zufall und Bauchgefühl. Sicher ist: Wer in den eigenen vier Wänden lebt, gewinnt häufig an Wohngefühl, Unabhängigkeit und langfristiger Zufriedenheit.

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